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Dürrholzer Hohlweg
 

 

   
   
Geschichtliches aus der Gemeinde Dürrholz  


Dürrholzer Hohlweg!

In einen Auszug aus dem Heimat-Kalender von 1958, Kreis Neuwied, beschreibt
Dr. Ewald Crusius den Völkerweg oder Hohlweg, der von Niederbieber Richtung Westerwald führte.

Überreste des alten, möglicherweise in früheren Zeiten recht bedeutenden und wichtigen Weg, sind heute noch unter dem Wasserhäuschen Richtung Muscheid, im Wald zu erkennen. Teile dieses Hohlweges sollen nach dem Willen des Gemeinderates und den Mitgliedern der AG Chronik auch in Zukunft sichtbar erhalten bleiben.

 

 

Foto: Hohlweg
 
 

Auszug aus dem Heimatkalender von 1958: 

Die Besiedlung der wiedischen Kirchspiele Anhausen, Rengsdorf und Honnefeld im Mittelalter.

Das in der Umgebung von Rengsdorf die Rodung rascher vordrang als im Kirchspiel Anhausen, ist wohl dem alten Völkerweg zuzuschreiben, der von Niederbieber über Melsbach westlich am alten Rengsdorf vorbei zur Hochfläche emporstieg und weiter über Puderbach-Steimel zu Hohen Straße Frankfurt-Köln und zur alten Leipziger Straße bei Hachenburg ins Innere Deutschlands führte. Diese Höhenstraße brauchte nicht solche Steigung zu überwinden wie die in gleicher Richtung ziehende Straße über die Alteck.  

Welche Bedeutung man ihr seit je beigemessen hat, erkennen wir an den Maßnahmen, die in den verschiedenen Zeiten getroffen wurden, um sie zu decken und zu sichern. Die Römer sperrten sie durch das zweitgrößte Limeskastell, das Kastell Niederbieber.

Im Mittelalter erbaute das hier herrschende Grafengeschlecht nur etwa 1 km von der Straße entfernt seine Stammburg Sied (Altwied), nach der das Geschlecht sich bis heute nennt. Zu welcher Zeit jedoch die Straßensperre nordwestlich von Rengsdorf errichtet wurde, die einen feindlichen Aufstieg vom Rheine her zur Hochfläche abwehren sollte, wissen wir nicht. Man hielt sie früher für ein Stück des Limes und gab ihr daher fälschlicherweise den Namen „Römergraben“, den sie noch heute trägt.

Die alte Straße schneidet den Wall genau in der Mitte und geht dann etwa 350 m weiter nördlich in die heutige Bundesstraße 256 über, die von da ab den alten Völkerweg überdeckt. Ob die Sperre in irgeneinem Zusammenhange mit dem dicht daran grenzenden Rengsdorf gestanden hat, ist unbekannt.

In einer Urkunde des Fürstl.-Wied. Archivs vom Jahre 1524 wird eine „Hecke und Landwehr auf der hohen Straße oberhalb Hunenfeld, wo die Straße nach Horhusen geht“, erwähnt und in einer weiteren von 1588, „das Gebück zwischen Honnenfeld und Linkenbach auf der Rheinstraße“. Vermutlich handelt es sich bei beiden um die gleiche Straßensperre, die wir dort zu suchen haben, wo die alte Straße von Bertenau (Neustadt-Wied) her und die von Horhausen wiedisches Gebiet betraten und in die „Landstraß uff Andernach“, wie die Heerstraße auf einer Karte von 1589 genannt wird, einmündeten.

 

 

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